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MACHU PICCHU DIE HEILIGE   STADT DER INKA


Wer kennt es nicht, das Bild von Machu Picchu in Peru, der weltberühmten Ruinen auf einem Hügel umgeben von dicht bewaldeten Bergen? Machu Picchu ist das Wahrzeichen Perus schlechthin und wird wahrscheinlich von den meisten Menschen mit Peru assoziiert. Kaum ein ausländischer Tourist kommt nach Peru, ohne die Inka-Stadt zu besuchen und die meisten Peruaner träumen davon, einmal im Leben eine Reise nach Machu Picchu zu machen, denn dieser geheimnisvolle Ort hat für viele Menschen eine unglaubliche mystische 

 

 Anziehung. Vor über 100 Jahren stieß der amerikanische Forscher Hiram Bingham in den peruanischen Anden auf die Stadt Machu Picchu. Nur eine Woche nachdem der 35-jährige Abenteurer und Historiker der renommierten Yale University von der Provinzhauptstadt Cusco zu einer Expedition aufgebrochen war, traf er am 24. Juli 1911 hoch über dem dicht bewaldeten Tal des Urubamba-Flusses auf Machu Picchu. Diese Entdeckung kam für Bingham unerwartet; denn er war eigentlich auf der Suche nach der Stadt Vilcabamba, über die er in alten spanischen Quellen gelesen hatte und in die sich der letzte Inka-Herrscher Tupac Amaru zurückzog, als er sich 1570 bis 1572 gegen die Besatzung durch die spanischen Eroberer auflehnte. Bingham hatte bereits in Cusco Gerüchte über Ruinen bei Machu Picchu gehört, doch was er nun, nach einem schwierigen Aufstieg über 600 Höhenmeter erblickte, überraschte ihn. „Plötzlich befand ich mich inmitten eines Labyrinths aus schönen Granithäusern!“, schrieb Bingham später in seinem Reisebericht.

 

 

Er stieß auf eine fast vergessene Inkastadt mit rund 200 beinahe unversehrten Häusern, die sich auf einer Fläche von etwa 100 Hektaren zwischen den beiden Gipfeln Huayna Picchu und Machu Picchu erstreckt, welcher der Stadt ihren Namen gab. Allerdings schenkte Bingham der entdeckten Inka-Stadt zunächst nur wenig Beachtung und hielt sich dort nur kurz auf. Erst später erkannte Bingham die Bedeutung seines Fundes und kehrte 1912 und 1915 mit zwei weiteren Expeditionen nach Machu Picchu zurück. Dabei wurde er durch die National Geographic Society, die eine ganze Ausgabe ihres Magazins den Entdeckungen Binghams in Peru widmete, unterstützt. Obwohl es bereits früher Informationen über die Stadt Machu Picchu gab, gilt bis heute Bingham als der Entdecker. Einige Abenteurer waren wohl schon vor Bingham in der vergessenen Inka-Stadt; ganz abgesehen von den einheimischen Indianern, die die alten Terrassenfelder der Inka landwirtschaftlich nutzten. Bereits 1874 erschien Machu Picchu auf einer Landkarte und 40 Jahre vor Bingham hatte der Franzose Charles Wiener nach der Stadt gesucht, allerdings erfolglos. Auch der Deutsche Augusto Berns soll schon 1867 in Machu Picchu gewesen sein. Doch Berns Ruhm ist wegen Verdacht auf Plünderungen zweifelhaft. Eine Landkarte aus dem Jahre 1874, die der amerikanische Kartograf Paolo Greer im Archiv der peruanischen Nationalbibliothek in Lima gefunden hatte, brachte ihn auf die Spuren des deutschen Abenteurers. Tatsächlich behauptete Bingham selbst nie, Machu Picchu entdeckt zu haben; er war jedoch der Erste, der den Fund wissenschaftlich dokumentierte und veröffentlichte.

 

 

Seit Bingham wurde Machu Picchu in den vergangenen 100 Jahren intensiv archäologisch erforscht. Die Stadt umfasst 214 steinerne Bauten, die auf Terrassen angelegt wurden und durch Treppen miteinander verbunden sind; die meisten Terrassen, Tempelanlagen und Wohnbauten sind an ein Wassersystem angelegt. Eine Kanalverbindung von einer Wasserquelle außerhalb der Stadtanlage schleuste das Wasser nach Machu Picchu. Die Stadt wird durch einen Platz im Zentrum in zwei Hälften geteilt; am höchsten Punkt befindet sich eine Sonnenwarte. Durch steil abfallende Hänge wird die Stadt seitlich begrenzt; außerhalb der Stadt hatten die Inkas an den Berghängen große Terrassenfelder für den Ackerbau angelegt, so dass sich die Bevölkerung mit Kartoffeln, Mais und anderen Nahrungsmitteln versorgen konnte. Archäologen schätzen, dass in Machu Picchu wahrscheinlich bis zu 2000 Menschen lebten. Bis heute sind die Rätsel um die Inka-Ruinen nicht endgültig gelöst. Bingham glaubte, dass Machu Picchu die Residenz der letzten Inka-Könige nach der spanischen Eroberung durch Francisco Pizarro 1532 war.

 

 

In den zeitgenössischen Berichten der Spanier wird die Stadt jedoch nirgends erwähnt. Da bei ersten Ausgrabungen eine große Zahl weiblicher Skelette in den Höhlengräbern der Anlage gefunden wurden, stellte Bingham auch eine weitere Theorie auf: Machu Picchu war der Zufluchtsort der heiligen Jungfrauen des Sonnenkults, die vor den Spaniern aus der Inka-Hauptstadt flohen. Neuere Untersuchungen hingegen haben eine gleichmäßige Verteilung der Geschlechter gezeigt, deshalb gilt als viel wahrscheinlicher, dass die Inkastadt der Landsitz eines Inka-Herrschers war. Eines jedoch ist klar: Die Spanier waren nie in Machu Picchu; deshalb wird der Ort auch die vergessene Stadt genannt.

 


 

Seit 1983 gehört Machu Picchu zum Weltkulturerbe der UNESCO. Doch die historischen Ruinen sind gefährdet, denn sie sind eines der beliebtesten Touristenziele Südamerikas. Aufgrund des riesigen Touristenstromes und der damit verbundenen Beschädigungen an den Ruinen dürfen seit 2011 nur noch 2500 Menschen pro Tag die Stadt besuchen. Ob Machu Picchu trotz dieser Vorkehrungen auch weitere 100 Jahre in ihrem heutigen Zustand bewahrt werden kann ist fraglich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten nach Machu Picchu zu gelangen. Die gemütlichere Variante ist die dreieinhalbstündige Fahrt mit dem Zug von Cusco (genauer Poroy) nach Aguas Calientes und von hier aus mit dem Bus weiter zu den Ruinen von Machu Picchu hoch; die Busfahrt dauert etwa 20 Minuten. Oder man fährt bereits am Vortag nach Ollantaytambo und nimmt dort den Zug nach Aguas Caliente; ab Ollantaytambo dauert die Zugfahrt noch eineinhalb Stunden. Auf dem

 

 

Weg dorthin kann man noch die Ruinen von Pisac und Ollantaytambo besuchen. In Pisac gibt es den größten Kunsthandwerkmarkt Perus. Der Weg von Pisac nach Ollantaytambo führt durch das landschaftlich eindrucksvolle Heilige Tal der Inkas. Die anstrengendere Option ist der 43 Kilometer lange Inka Trail. Er beginnt am Ufer des Rio Urubamba am Bahnkilometer 82 (Bahnlinie von Cusco nach Aguas Calientes) und führt zur Inkastadt Machu Picchu. Eine Wanderung über den Trail dauert zwei oder vier Tage. Die Strecke führt über drei hohe Gebirgspässe und bietet Blicke auf schneebedeckte Berge und in Schluchten mit tropischer Vegetation. Außerdem liegen mehrere Inka-Ruinen (Runkurakay, Sayacmarca, Wiñay Wayna und Phuyupatamarca), die anders nicht zugänglich sind, am Inka-Pfad. Die Tickets für den Inka Trail sollte man aufgrund der großen Nachfrage mindestens drei Monate im Voraus buchen; selbiges gilt für Eintrittstickets zu Machu Picchu, die in der Hochsaison einige Wochen im Voraus ausgebucht sein können. Ein Besuch der Inkastadt Machu Picchu ist trotz der vielen Touristen ein großartiges Erlebnis!

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